Ihr lieben Menschen,
Unseren Wecker hatten wir heute Morgen auf 7:00 Uhr gestellt, so dass wir ganz in Ruhe einen Kaffee auf unserem Zimmer trinken konnten. Elke hatte dankenswerterweise Kaffeesticks mitgebracht, so dass wir entspannt uns unseren guten Morgen Kaffee gönnen konnten. Wir packten unsere Sachen und gingen gegen kurz nach acht nach unten, um unsere Unterkunft zu bezahlen. Dort begegneten wir einem sehr netten Kellner, mit dem wir uns ein wenig unterhielten. Er stammt ursprünglich aus Venezuela, und wir unterhielten uns eine Weile mit ihm. Da wir doch sehr früh waren, schlenderten wir ein wenig in der Straße umher, stellten fest, dass keine Bäckerei geöffnet hatte, und setzten uns ganz entspannt auf eine Bank neben der Bushaltestelle. Wir planten den Bus so nah wie möglich an den östlichsten Punkt heran zu nehmen. Um 9:06 Uhr kam der Bus, komplett pünktlich und wir fuhren ganz entspannt Richtung Zentendorf. Es war wichtig, diesen Bus zu schaffen, da der Bus nur alle 4 Stunden am Feiertag fuhr. Was wir nicht bedacht hatten, dass man auch den Stopknopf drücken muss, sonst hatte der Busfahrer keinen Grund zu halten. Unser Glück hierbei war, dass andere Fahrgäste eine Station weiter den Knopf drückten, wo wir dann auch kapierten, dass wir zu weit gefahren waren. Es war aber egal, da die Sonne vom Himmel lachte und wir uns dachten, dass 3 km ja schließlich auch nicht so weit sind. Also stellten wir uns unsere Route ein und liefen zum östlichsten Punkt. Ich kann euch sagen, dieser Platz ist wirklich sehr schön hergerichtet. Neben der Deutschlandflagge weht auch eine Friedensfahne im Wind und der Platz ist sehr idyllisch. Wir nutzten diesen Moment, um einen Stein für mich zu suchen. Die Tour beginnt für mich dann doch erst, wenn ich einen Stein gefunden habe. Es ist das selbe Prinzip wie im letzten Jahr: mit dem Stein beginnt die Tour und mit dem Stein endet die Tour. D.h. ich werde den Stein der Natur in Isenbruch zurückgeben. Nun verweilt er in meinem Rucksack. Da wir noch nicht gefrühstückt hatten, nutzten wir die Picknickmöglichkeit vor Ort und trugen uns auch ins Zipfel Buch ein. Dabei begegnete uns eine freundliche Fahrradfahrerin, mit der wir ins Gespräch kamen. Sowieso ist mir aufgefallen, dass die Menschen sehr aufgeschlossen sind und auch sehr interessiert aneinander. Wo ich gerade interessiert sage: auf dem Weg zum östlichsten Punkt liefen wir durch den Ort Zentendorf. Hier gibt es gefühlt mehr Hunde als Menschen, und ein Hund schien besonders anstrengend zu sein. Eine Besitzerin schien nicht so erfreut darüber zu sein, dass der Hund Alarm schlug, und schrie ihn durch den Garten, so dass wir auf der Straße zusammen zuckten, mit einer solchen Energie an, dass er doch bitte die Fresse halten soll jetzt, dass wir doch negativ beeindruckt waren. An dieser Dame mussten wir auch erneut vorbei, dieses Mal hörten wir nur den Hund und nicht mehr die Besitzerin. Ansonsten war doch viel Freundlichkeit in der Luft. Neben dem gab das Wetter alles. Die Sonne strahlte vom Himmel, was für ein Nordlicht wie mich doch recht herausfordernd ist. Natürlich hatte ich mich eingecremt, und meine Haut wurde durch lange Kleidung geschützt und auch eine Käppi durfte nicht fehlen. Trotzdem erwischte die Sonne mich ordentlich.
Nachdem wir uns gestärkt hatten, ging es dann auch richtig los. Wir wanderten durch Zentendorf zurück, und bald waren wir in der absoluten Natur. Wir liefen durch einen Wald und durch Felder, es war recht unberührt, und wir trafen keinen einzigen Menschen. Hier waren viele Tiere zu sehen, wie zum Beispiel ein sehr großer Hase, der durchaus viel abgeworfen hätte Zumindest laut Elke. Der war aber ziemlich schnell weg. Natürlich dürfen Herausforderungen auch nicht fehlen. Also mussten wir einen Bach überqueren und dafür hatten wir zwei Baumstämme, die nebeneinander als Brücke über den Bach dienten. Kurz überlegt und dann balancierten wir gemeinsam mit unseren Taschen gepackt über den Bach. Unsere Team Challenge haben wir dafür geschafft. Generell gab es sehr viele Tiere und es ist sehr ländlich hier. Wir trafen wenig Menschen, bei den asphaltierten wegen und Schotter wegen kamen uns teilweise Fahrradfahrer entgegen. Hier ist viel Gewässer, und viele Seen kann man bestaunen. Es gibt sehr viele Tiere, wie zum Beispiel Ziegen, Pferde, jede Menge verschiedene Vögel, wie gesagt, einen Hasen, jede Menge Hunde und viele andere Tiere, die wir sicherlich nicht gesehen haben. Leider mussten wir zwischendurch bei unserer Unterkunft anrufen, da absehbar war, dass wir nicht gegen 18:00 Uhr ankommen würden. Wir hatten nämlich abgesprochen, dass wir dort Abendbrot bekommen würden. Das war gar kein Problem, die waren super nett und planten gegen 19:00 Uhr mit uns. Wir bauten die ein oder andere Pause ein, da wandern doch recht anstrengend ist. Gegen 18:00 Uhr trafen wir auf ein Biergarten, der uns beide recht glücklich stimmte, da wir dort eine sehr leckere Multivitaminschorle zu uns nahmen. Das hat uns noch mal ein bisschen Energie gegeben, die Sonne hatte mir zumindest schon recht viel abverlangt und auch die Distanz war nicht zu unterschlagen. Die letzten 5 km zogen sich wie Kaugummi und wir mussten über viel Wurzelwerk, durch den Wald und ein Mannpfade entlang laufen, so dass nur hintereinandergehen möglich war. Das haben wir auch geschafft und irgendwann tauchte dann die Kirche von Kollm vor uns auf. Nicht ganz um 19:00 Uhr, eher um 19:30 Uhr, erreichten wir unsere Unterkunft. Hier ist die wundervolle Beate, die uns ganz ganz toll versorgt hat; super leckere Nudeln gekocht und uns zum Nachtisch auch noch Obst gereicht hat. Vielen lieben Dank dafür, es war einfach wundervoll und das beste Essen, was wir hätten kriegen können. Zudem haben wir selbst gemachten Quitten Saft bekommen, das kannte ich noch nicht und ich muss sagen es ist super lecker. Nach einer ausgiebigen Dusche liegen wir nun im Bett und sind fertig, aber zufrieden. 35,5 km liegen hinter uns und die morgige Etappe hat es in sich. Ich schicke euch liebe Grüße und einen wundervollen Start in den Samstag.
Eure Anni