Ihr lieben Menschen,
Die Nacht war sehr entspannt für mich gewesen, auch wenn ich wirklich erschöpft von den beiden Tandemtagen gewesen bin. Heute Morgen frühstückten Laura, Hilmar und ich gemeinsam und stärkten uns für den Tag. Laura fuhr mit dem Bus vor und würde uns zu unserer Mittagspause wieder treffen. Bei bestem Wetter starteten Hilmar und ich und es sah überhaupt nicht nach Regen aus, wie ursprünglich angekündigt. Die Sonne lachte sogar vom Himmel, und ich begann mich schon ein bisschen zu ärgern, dass ich keine Sonnencreme genommen hatte. Doch den Regen sollte ich noch bekommen. Die erste Strecke war sehr abwechslungsreich und leider hatten wir auch ein paar Kilometer durch den Wald, die leider voller Matsch waren. Wir nannten es liebevoll Morast. Die Schuhe waren auf jeden Fall nicht mehr hell, aber zum Glück blieben sie innen trocken. Man könnte sagen noch trocken. Bis zu unserer ersten großen Pause, wo wir auch Laura treffen würden, liefen wir anschließend viele Landstraßen und gut begehbare Wege. Ich war sehr fröhlich, da das wandern einfach Spaß machte und ich keine Schmerzen hatte. In Wiehe machten wir Pause. Wir überquerten kurz zuvor die Landesgrenze von Sachsen nach Thüringen. Somit befinde ich mich nun in meinem zweiten Bundesland auf meiner Reise. Wir trafen Laura und bevor wir zu ihr stoßen konnten, liefen wir durch den Ort und der Regen setzte ein. Wir hatten gehofft, dass nur ein paar Tropfen runterkommen würden, aber da hatten wir uns getäuscht. Zum Glück konnten wir unsere Mittagspause im Trockenen verbringen und waren bei einer Art Dönerbude untergebracht. Irgendwie hatte ich nicht so großen Hunger, versuchte es mit einer Portion Pommes, die ich einfach nicht schaffte. Nach unserer Pause rüsteten wir mit Regenklamotten und stürzen uns ins Abenteuer. Am Anfang hatten wir noch ein bisschen Straße, und dann ging es hinauf in den Wald. Wir mussten einen Hügel überqueren und hatten verschiedene Routen überlegt, aber am Ende war diese rausgekommen. Die Wege waren zwar abwechslungsreich, aber der Regen und der kalte Wind taten ihr übriges. Der Boden war sehr aufgeweicht und irgendwann war es nicht mehr möglich, die Schuhe vor dem Regen und den Pfützen zu schützen und so hatten wir nach kurzer Zeit nasse Füße. Ich spürte, dass zwei Blasen sich ihren Weg bahnten, konnte es aber ganz gut aushalten, da die Schuhe voller Wasser waren. Trotz der Bedingungen hat es total Spaß gemacht und das Gefühl von Freiheit war wieder da. Ein bisschen genervt hat, dass ich sehr gefroren habe, da der Wind doch sehr eisig war. Wir zogen durch und machten kaum Pause außer um uns mal ins Dickicht zu schlagen. Als wir dann eine Straße erreichten, waren wir ganz froh und nahmen diese dann auch die letzten 10 km. Heute Abend sind wir in Heldrungen, wo wir gegen 18:30 Uhr angekommen sind. Es gibt hier eine ganz bekannte Wasserburg, da wollten wir zumindest morgen früh einmal kurz einen Blick riskieren. Auch Laura ist heute Abend wieder da und zusätzlich ist Siska zu uns gestoßen. Die beiden haben auch liebenswerter Weise für uns Nudeln mit Tomatensoße gekocht und wir saßen zu viert zusammen und haben den Abend ausklingen lassen. Nervig ist, dass ich meine power Bank im Hotel vergessen habe. Zum Glück leiht Laura mir ihre. Die kleinen Blasen konnte ich ausstechen, meinen kleinen Zehen geht es aber soweit gut. Ich hoffe, dass morgen alles reibungslos abläuft, beziehungsweise dass der Regen sich ein bisschen zurück hält. Die Schuhe werden gerade getrocknet, da bin ich ganz zuversichtlich, dass ich morgen früh mit trockenen Füßen starten kann. Ich wünsche euch allen eine gute Nacht
Eure Anni