Ihr lieben Menschen,
Um 6:30 Uhr hat unser Wecker geklingelt. Hilmar war so lieb gewesen und hatte bereits den Frühstückstisch gedeckt und Kaffee gekocht. Corina und ich konnten uns entspannt fertig machen und uns an den gedeckten Frühstückstisch setzen. Das Frühstück macht einfach immer wieder total Spaß und lädt auch dazu ein, dass man eben länger sitzen bleibt. Da das Wetter gestern herausfordernd gewesen war, die Schuhe waren zum Glück wieder trocken geworden, wussten wir, dass es sinnvoll ist, zeitig zu starten. Durch meine Verletzungen an den Füßen war ich mir auch nicht so sicher,wii der Tag werden würde und da 10 km mehr auf dem Tacho standen, wollte ich auch zu gegebener Zeit los. Wir schafften es nicht ganz um 8:00 Uhr loszukommen, aber gegen 8:30 Uhr waren wir dann unterwegs. Der Himmel war irgendwie nicht so, wie man es sich im Mai vorstellt. Ich würde sagen, der Mai macht dieses Jahr dem April alle Ehre. Es gab Sonne, es gab Regen, es gab Hagel, es gab Wind. Es hätte noch gefehlt, dass noch mal eben ein bisschen Schnee herunter kam. Leider gab es auch Gewitter. Den ersten Teil unserer Wanderung absolvierten wir recht schnell, zumindest im Anbetracht meiner Verletzungen. Ich hatte den Eindruck, dass der Körper so langsam begann, sich dagegen zu wehren, und hoffe darauf, dass sich bald Hornhaut bildet und die Blasengeschichte endlich mal vorbei ist. Aber ich weiß, es ist ein langer Weg. Passt recht gut zu meiner Wanderung. Unsere erste richtige Rast machten wir in Bernterode im Bahnhofsgebäude. Kurz vorher begann es aus kübeln zu regnen und zum Glück hatten wir es uns ausgesucht, dort unterzukommen. Es ist für mich total spannend gewesen, da dieser Bahnhof nicht so ist, wie ich es kenne. Ich glaube, das Gebäude und die Gleise sind noch aus älteren Zeiten. Man muss in das Gebäude reingehen und klingeln und dann weiß jemand Bescheid, dass man gerne auf den Bahnsteig möchte und wenn der Zug dann einfährt, dann darf man auf den Bahnsteig und wird durch eine Tür rausgelassen. Der Bahnsteig selber scheint nicht breit genug zu sein, dass dort die Leute warten dürfen. War eine spannende Erfahrung, als wir unsere Pause machten, kam auch passenderweise ein Zug. Zum Glück hatten wir es warm und konnten ein bisschen uns ausruhen und auch essen zu uns nehmen. Gestärkt ging es dann auf den zweiten Teil unserer Wanderung. Mittlerweile hatten wir uns mit Regenklamotten ausgestattet und auch wenn die Sonne immer wieder rauskam und uns wärmte, so kamen auch direkt Wolken hinterher und es war sinnvoll die Klamotten anzubehalten. Der zweite Teil der Wanderung verlief größtenteils auf der Landstraße. Wir trafen angesichts des heutigen Vatertag einige wenige Männergruppen, die mit Musik und Alkohol oder anderen Getränken ausgestattet waren. Alle waren uns gegenüber fröhlich und freundlich, und entsprechend störte es auch niemanden. Ungefähr 7 km Vor unserer heutigen Unterkunft merkte ich, dass ich ein bisschen unterzucker hatte. Also schlug ich vor, dass wir noch mal eine Pause machen könnten. Lustigerweise war 50 m entfernt ein Baum mit einem Sitzkreis darum, so dass wir uns gut hinsetzen konnten und den nächsten Schauer abwarten. Ich hatte bereits festgestellt, dass es ein wenig nach Gewitter riechen würde. Die anderen beiden versicherten mir jedoch, dass das Gewitter gar nicht zu sehen sei und dass das schon passen würde. Als wir uns wieder auf dem Weg machten, erschreckte ich mich fürchterlich, da das Gewitter doch zu hören war. Kurze Hand stieg in mir Panik auf, da ich mit Gewitter, wenn ich draußen bin, überhaupt nicht gut umgehen kann. Ich riss mich aber zusammen, und die anderen meinten, dass das Gewitter nicht zu uns rüberziehen würde. Dies war zum Glück auch der Fall. Trotzdem lief ich trotz aufsteigender Schmerzen, die nächsten 2 km recht zügig, weil wir abgemacht hatten, dass wir bis zum nächsten Ort laufen würden und dann die Situation neu bewerten. Außer Sonnenstrahlen und Regenschauer kam zum Glück bei uns nichts mehr runter und meine Schuhe schafften es sogar, dass sie nicht jegliche Regenschauer in sich Aufnahmen. Gegen 18:30 Uhr erreichten wir dann nach 31,8 km unsere Unterkunft in Reifenstein. Heute Abend ist Christin dazu gekommen und nun wandern wir die nächsten Tage zu viert. Wir haben auch zusammen gegessen im Restaurant und hatten einen sehr lustigen und erhälenden Abend. Ich wünsche euch allen eine fantastische Nacht
Eure Anni