Tag 18 auf zu neuen Perspektiven

Ihr lieben Menschen,

Heute Morgen hatten wir unseren Wecker auf 5:45 Uhr gestellt, um noch gemeinsam mit Hilmar zu frühstücken. Er hat uns nämlich heute Morgen verlassen. Lieber Hille, es war mir eine große Freude, dass du über eine Woche dabei gewesen bist und mich bei meinen Höhen und Tiefen so wunderbar unterstützt hast. Ich freue mich auf weitere gemeinsame Abenteuer mit dir. Da wir so früh aufgestanden waren, liefen wir ganz entspannt los. Als erstes Ziel steuerten wir eine Apotheke an, bei der ich mir neues Medigel und eine große Auswahl an Pflastern besorgte. Das ständige abkleben meiner Füße forderte entsprechend viele Pflaster. Der Himmel wechselte zwischen bedeckt und manchmal ein paar Sonnenstrahlen und wir liefen eine ganz schön lange Zeit aus Kassel heraus. Hierbei folgten wir einer lauten und viel befahrenen Straße, so dass wir eher wenig miteinander sprachen und jeder für sich lief. Zum späteren Zeitpunkt wechselte der Weg in den Wald, und es ging hoch. Wir folgten dem Weg zur Kaffeemühle, was sich später als Picknickplatz herausstellte. Der Anstieg war anstrengend, tat aber total gut und die Waldluft erfrischte ebenfalls. Wir waren ziemlich weit weg von Zivilisation und Lärm. Gegen 11:30 Uhr erreichten wir den Picknickplatz Kaffeemühle und dort breiteten wir unsere Habseligkeiten aus und stärkten uns. Danach ging es weiter durch den Wald und an Feldern entlang, und der ein oder andere Ort kreuzte unseren Weg. Wir folgten einer Mischung aus Komoot und Google Maps, und hatten gegen 14:30 Uhr das Problem, dass wir auf die Landesstraße, welche viel befahren ist, hätten wandern müssen. Kurzerhand wurde ein bisschen umgeplant, was uns dann doch noch zwei weitere Kilometer einbrachte. Wir liefen aber Schotterwege und recht gut begehbare Wege. Meine Füße waren doch überraschend gut dabei, hatte ich doch noch heute Morgen gedacht, dass es schlimmer geworden ist, war es wirklich in Ordnung. Gegen 16:30 Uhr erreichten wir dann unsere Unterkunft in Sand. Die letzte halbe Stunde hatte sich das Wetter noch mal entschieden, umzuschwenken und der Regen plätscherte auf uns herab. Es ist natürlich wichtig, dass die Regenkleidung regelmäßig getestet wird, daher vielen lieben Dank für den Regen. Ich war froh darüber, dass meine Schuhe nicht komplett nass waren und somit die Blasenbildung nicht noch mehr vorangebracht wurde. Hier in der Unterkunft ist es ziemlich rustikal, aber alles ist da und wir konnten unsere Klamotten schon ausreichend trocknen. Heute Abend waren wir 300 m weiter bei einem Restaurant, wo es unter anderem für uns Nudeln und Pizzabrot gab. Nun liege ich im Bett und morgen wird es über 30 km werden. Heute haben wir circa 25 km bewältigt und somit einen neuen Zwischenstand von 549,1 km. Ich wünsche euch allen eine fantastische Nacht.

Eure Anni