Tag 5 Schritt für Schritt

Ihr lieben Menschen,

Der heutige Tag startete sehr früh für uns. Das Frühstück war bereits gegen 6:00 Uhr und irgendwie hatte ich kaum Hunger. In der Nacht hatte ich wieder ein bisschen Fieber entwickelt und auch ein bisschen gefroren, hatte aber schon ein bisschen besser schlafen können, zumindest nach meinem Gefühl. Beim Frühstück nahm ich also nicht so viel zu mir, wusste aber, dass ich Energie brauchen würde. Wir starteten bereits um 7:00 Uhr, da Jürgen mich heute Nachmittag verlassen würde, da er nach Hause fährt. Entsprechend mussten wir seinen Zug gegen 16:50 Uhr am Zielort erreichen. Da meine Durchschnittsgeschwindigkeit mittlerweile einer Schildkröte oder Schnecke ähnelt, schlug ich vor, dass wir früh starteten. Wir schafften es sogar pünktlich um 7:00 Uhr die Unterkunft zu verlassen. Der Himmel war bedeckt, was bei mir positive Emotionen weckte. Leider war der Himmel so bedeckt, dass die ein oder andere Wolke sich ihres Wassers entleerter, und so liefen wir kurz, nach dem wir losgekommen waren, mit dem Regenschirm durch die Landschaft. Wieder einmal trafen wir keine Menschen. Tiere standen auf ihren Weiden, und wir folgten neben verschiedenen Straßen auch wegen durch den Wald. Es war zum Glück viel festere Wege, da ich immer noch mit großen Problemen mit meinen Füßen zu kämpfen hatte(auch immer noch habe). Gegen 8:00 Uhr kamen wir in Schönfeld an und meine Blase, dieses Mal das Organ, hatte sich bereits doll gefüllt. Kurzerhand bat ich um Amtshilfe und ging zur Gemeindeverwaltung, wo man mich freundlicherweise zur Toilette ließ. An dieser Stelle vielen Dank dafür. Es war meine Rettung. Wir nutzten weiterhin befestigte Wege und trafen viele Tiere, aber Menschen waren immer noch recht wenig. Die gesamte Strecke hatten wir versucht, ein bisschen runter zu kürzen, damit meine Füße ein wenig mehr Erholung erhalten konnten. Unsere erste richtige Pause machten wir am Straßenrand auf einer Leitplanke, die in den Boden eingelassen war und somit eine Art Stufe darstellte. Klingt vielleicht nicht ganz so schön, aber ehrlich gesagt war der Platz genau richtig und wir konnten uns ein bisschen stärken. Unsere zweite Pause machten wir bei einem Kaufland. Hier organisierte Jürgen mir netterweise Snickers, auf dass ich mich schon Kilometer lang gefreut hatte. Ansonsten ist heute gar nicht so viel passiert. Jürgen hat sich entsprechend auf den Weg gemacht, um wieder nach Hause zu fahren. Lieber Jürgen, es hat mich sehr gefreut, dass du Teil meiner Reise geworden bist und ich danke dir für die schönen zwei Tage. Heute Abend ist dann Stephi angekommen und wir sind hier in der Unterkunft sehr lecker italienisch essen gegangen. Vor allem über die Rhabarberschorle haben wir beide uns sehr gefreut. Morgen geht es dann weiter. Aktuell bin ich bei 154 km und meine Füße äußern sich deutlich. Aber jetzt heißt es erst einmal gute Nacht,

Eure Anni