Tag 9 komt Zeit kommt Tandem

Ihr lieben Menschen,

Heute Morgen starteten wir gegen 8:00 Uhr an unsere Unterkunft in Riesa. Das Tandem wurde mit allen möglichen Rucksäcken und Taschen beladen und wir planten, dass wir je nach empfinden auf dem Weg frühstücken würden. Das anfahren war nicht einfach, aber wir schafften es und kamen ziemlich schnell zu einem guten Rhythmus und guten Absprachen. Ich würde sagen, wir waren ein sehr gutes Team. Es war ungewohnt auf dem Fahrrad unterwegs zu sein. Ich selber war in letzter Zeit nicht mehr so viel Fahrrad gefahren und entsprechend hatte ich mir auch ein bisschen Gedanken gemacht, was wohl meine Muskulatur dazu sagen würde. Die ersten Anstiege kamen und die Muskeln machten ganz gut mit. Nach circa 25 km fanden wir einen Rewe, der ebenfalls einen Bäcker führte und wo wir uns unser Frühstück holten. Der Kaffee tat gut, und das Brötchen half dabei, den Kreislauf stabil zu halten. Die Wege waren begleitet von sehr vielen Rapsfeldern. An sich mag ich den Geruch sehr gerne, doch in dieser Gegend ist es schon sehr penetrant. Die Farbe des blühenden Raps ist meiner Meinung nach sehr, sehr schön anzusehen und manchmal mischten sich noch andere Düfte in den vorhandenen Raps. Wir fuhren an Straßen entlang, manche waren größer, auf manchen konnten wir direkt fahren, weil sie eher kleiner waren. Aber auch Wege außerhalb der Straßen kamen uns unter die Reifen. Das Tandem machte hier wirklich sehr, sehr gut mit. Eine große Herausforderung stellten die Sättel des Tandem dar. Schon nach 12 km hatte ich wahnsinnig dolle Hintern Schmerzen. Da Hilmar eher zu der praktischen Sorte gehört, zückte er ein Sitzkissen, dass man aufpumpen kann, welches ich fort an auf meinen Sattel legte. An dieser Stelle könnte man wortwörtlich sagen, er hat mir den Arsch gerettet. Wir machten die ein oder andere Trinkpause und Namen gegen Mittag ein bisschen Obst zu uns. Der Himmel war bedeckt, und erst am Nachmittag ließ die Sonne sich blicken. Um ehrlich zu sein, hat mich das echt gar nicht gestört. Morgens noch in Jacke, fuhren wir nachmittags bereits in leichterer Kleidung. Umso näher wir Leipzig kamen, desto dichter wurde der Verkehr und es gab immer mehr Fahrradfahrer. Allein in Leipzig haben wir für ungefähr 8 km 1 Stunde gebraucht, da wir immer wieder anhalten mussten, Ampeln rot wurden, Kreuzungen kamen und so weiter. Leipzig ist eine sehr schöne Stadt und die Atmosphäre gefällt mir sehr gut. Wir haben eine Unterkunft im Stadtzentrum. Nachdem wir gegen 16:15 Uhr angekommen waren, machten wir uns erst einmal frisch und gingen dann los, um uns etwas zu essen zu organisieren und um uns im Decathlon für unsere Sättel überzieher zu kaufen, damit der Hintern nicht völlig kaputt gemacht wurde. Gesucht, gefunden und danach ging es dann auch ins Restaurant zum Essen. Nachdem wir uns ausführlich gestärkt hatten, machten wir uns auf dem Weg nach Riesa, da dort das Auto von Hilmar steht und wir beschlossen hatten, dass wir das Auto nach Leipzig nachholen würden. Das war dann doch eine längere Reise als geplant, da leider heute die ganzen Fußballvereine im Umkreis gespielt hatten. So trafen sich Leipzig, Dresden, St. Pauli und auch vielleicht der ein oder andere Braunschweig Fan. Die Stimmung war durchaus ein bisschen geladen. Von Riesa aus fuhren wir dann mit dem Auto nach Leipzig und liefen anschließend vom Parkhaus zu unserer Unterkunft. Es war noch ordentlich etwas los auf den Straßen und die Luft war wirklich angenehm. Da ich heute immer wieder ein bisschen Kopfschmerzen hatte, genoss ich die kühle Brise. Nun liege ich im Bett und morgen stehet eine weitere große Etappe an. Meine Füße sind leider immer noch nicht komplett abgeheilt und die kleinen Zehen sind weiterhin kritisch. Das Radfahren hat aber sehr gut funktioniert. Wir werden sehen wie der weitere Tourverlauf ist. Ich schicke ganz liebe Grüße raus in die Republik

Eure Anni